Gemeinschaft

Soziale Verantwortung

Bislang ist es uns in Lahntal gelungen, ein wenig dem so genannten „demografischen Wandel“ zu trotzen. Während anderenorts bereits ein deutlicher Rückgang der Bevölkerungszahlen festzustellen ist, kann unsere Gemeinde Lahntal noch ein leichtes Bevölkerungswachstum vorweisen. Aber auch bei uns nehmen die Zahl der Geburten deutlich ab und der Anteil von Mitbürgerinnen und Mitbürgern über 60 Jahren deutlich zu.

Diesen gesellschaftlichen Veränderungen muss sich unsere Gemeinde stellen.

Schwerpunkt meiner Arbeit ist es, sowohl die weit über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus anerkannte gute Familienpolitik Lahntals auch in finanziell schwierigen Zeiten zu erhalten und immer den sich ständig verändernden Bedingungen berufstätiger Eltern anzupassen. Gute Betreuungsangebote für Kinder waren und sind einer der Garanten, dass Lahntal eine Zuzugsgemeinde ist.

Immer mehr Gewicht hat für mich aber auch die Arbeit für und mit Senioren bekommen. Der Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre wird immer größer und ältere Mitmenschen erfreuen sich – häufig in bester Gesundheit – eines immer längeren Lebens. Mal abgesehen, dass dieses Betätigungsfeld viel Freude bereitet, ist ein kommunales Engagement für Senioren auch Zukunftsarbeit. Wer will, dass Senioren im Alter bei uns wohnen bleiben, der muss Angebote für Senioren vorhalten. Von Begegnungscafés über Räume für ein sportliches Betätigen bis hin zu Betreuungsangeboten. Für mich ist dies eine reizvolle Aufgabe.

Ein besonderes Augenmerk meinerseits gilt aber auch der möglichst umfassenden Einbeziehung aller Mitbürgerinnen und Mitbürger in alle Vorhaben der Gemeinde Lahntal und das Fördern des ehrenamtlichen Engagements, dem Rückhalt unserer Gemeinschaft.

Foto: Kita Goßfelden 2009

Kindertagesstätten

Bei meinem Amtsantritt am 20. Januar 1993 verfügte die Gemeinde Lahntal lediglich über 188 Kindergartenplätze, Mittagstisch wurde nur im Kindergarten Goßfelden angeboten, und der Kindergarten in Sterzhausen in den Räumen der damaligen katholischen Kirchengemeinde konnte keine dauerhafte Betriebserlaubnis aufweisen.

Mit ganzer Kraft habe ich mich vom ersten Tag an für den Ausbau der Kinderbetreuung in Lahntal eingesetzt:

  • 1996 wurde der 4gruppige Kindergarten in Sterzhausen eingeweiht.
  • 1997 kam der neue 3gruppige Kindergarten in Sarnau hinzu; vom ersten Tag an mit Ganztagsbetreuungsangebot.
  • 1999 war der Umbau und Neubau des Kindergartens Caldern beendet – bis zu 3 Gruppen können hier betreut werden.
  • Im September 2010 wurde die Erweiterung des Kindergartens Goßfeldens abgeschlossen. Neben der Kinderkrippe können jetzt bis zu 3 Gruppen in Goßfelden betreut werden.
  • Im Sommer 2013 wurde die neue Kinderkrippe „Blaue Villa“ in Sterzhausen für bis zu 12 Kinder unter 3 Jahren eröffnet.
  • In allen Kindergärten wird sowohl eine Betreuung bis 14:30 Uhr, ein warmes Mittagessen und die Betreuung von Kindern ab dem 2. Lebensjahr angeboten.
  • In drei Einrichtungen wird eine Betreuung bis 17 Uhr angeboten.

Es ist mein vorrangigstes Ziel: Die Gemeinde Lahntal muss weiter die Gemeinde mit einem hervorragenden Angebot für Familien mit Kindern bleiben! Bei allen Finanzproblemen der Gemeinde Lahntal werde ich nachhaltig dafür eintreten, dass unsere Angebote für Familien und Kindern beibehalten und ausgebaut werden.

Dafür stehe ich: Für dieses umfassende Angebot habe ich mich immer eingesetzt, weil ich davon überzeugt bin, dass dies auch ein Teil des Erfolges unserer Gemeinde Lahntal ist.

Bild: Kindertagesstätte Sterzhausen (Aufnahme 2015)

Kinderbetreuung unter 3 Jahren

Es freut mich sehr, dass unsere Gemeinde Lahntal bereits heute ein sehr großes Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren anzubieten hat.

  • Kinder ab dem 6. Lebensmonat können in der Kinderkrippe Goßfelden und in der neuen Krippe „Blaue Villa“ in Sterzhausen betreut werden; im Bedarfsfalle sogar ganztags.
  • In allen Kindertagesstätten können Kinder ab dem 2. Lebensjahr in altersgemischten Gruppen betreut werden.

Seit meinem ersten Tag als Bürgermeister habe ich mich für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder eingesetzt, auch für Kinder vor dem so genannten Kindergartenalter.

Inzwischen betreut die Gemeinde Lahntal über 50 Kinder unter 3 Jahren in ihren Einrichtungen. Dies bedeute bauliche Veränderungen und große finanzielle Anstrengungen. Besonders freue ich mich über meine Idee, ein zum Verkauf stehendes Haus im Neubaugebiet „Auf dem Willem“ in Sterzhausen zu erwerben und zur Kinderkrippe umzuwidmen. Das war sowohl kostengünstig, als auch nachhaltig. Wird die Krippe einmal nicht mehr gebraucht, kann die Gemeinde das Haus wieder als Wohnhaus verkaufen. Besonders aber war es eine schnelle Lösung: Binnen Wochen war die dringend benötigte Krippe da!

Eines meiner vorrangigsten Ziele, solange ich Lahntals Bürgermeister bin, wird es sein, für Verbesserungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzutreten und die Betreuungsangebote für Kinder auszubauen.

Bild: Krippe „Blaue Villa“, Sterzhausen

Betreute Grundschule

Bis zum Eintritt in die Schule finden unsere Kinder in Lahntal ein für sie passendes Betreuungsangebot. Der Betreuungsbedarf besteht aber mindestens noch bis zum Ende der Grundschulzeit. Daher war und ist mir wichtig, dass unsere Kinder in Lahntal auch im Grundschulalter ein Betreuungsangebot vorfinden.

Der Landkreis hat vor Jahren an der Otto-Ubbelohde-Grundschule in Goßfelden und der Wichtelhäuser Schule in Sterzhausen ein Betreuungsangebot eingerichtet, das jedoch ursprünglich auf insgesamt 55 Plätze begrenzt war. Im Jahre 2002 überstieg die Nachfrage nach Plätzen der Betreuten Grundschule das Angebot.

Da es dem Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht möglich war, mehr Plätze zu finanzieren, habe ich mich mit Erfolg dafür eingesetzt, dass durch ein Engagement der Gemeinde Lahntal kein Kind in der Betreuten Grundschule abgewiesen werden musste. Die Gemeinde Lahntal gewährleistete daher seit dem Schuljahr 2002/2003 durch den Einsatz eigener Erzieherinnen und die Bereitstellung zusätzlicher Haushaltsmittel, dass in der Otto-Ubbelohde-Schule in Goßfelden 50 statt 30 Kinder und in der Wichtelhäuser Schule Sterzhausen 55 statt 25 Kinder betreut werden können.

Leider hat der Landkreis im Jahr 2006 diese Zusammenarbeit aufgekündigt. Seit dem wird die Betreute Grundschule in Sterzhausen von der Gemeinde Lahntal, das Betreuungsangebot in Goßfelden durch den Landkreis gewährleistet.

In dem gemeindeeigenen Betreuungsangebot ist es selbstverständlich, dass die Kinder auf Wunsch bis 17 Uhr betreut werden können. Für die kreiseigene Betreute Grundschule an der Otto-Ubbelohde-Grundschule in Goßfelden haben wir dies bei entsprechender Nachfrage auch ermöglicht (der Landkreis selbst betreut bis maximal 15 Uhr).

Foto: Eingang zur Betreuten Grundschule an der Wichtelhäuser Grundschule Sterzhausen (2004)

Flüchtlinge

Die enorme Zuwanderung von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten der Welt ist zweifelsohne seit Langem die größte Herausforderung für unser Land.

Und nicht nur seit der Silvesternacht in Köln empfinden viele Mitbürgerinnen und Mitbürger auch Ängste hinsichtlich dessen, was da auf uns zukommen mag. Ängste, die sowohl berechtigt als auch von uns ernst zu nehmen sind. Wo so viele Menschen kommen sind auch ‚schwarze Schafe‘ zu erwarten.

Panik ist aber nicht angesagt! In Lahntal haben wir uns rechtzeitig und ausgiebig mit der Situation auseinandergesetzt und überlegt, wie wir die Ängste unserer Bürgerinnen und Bürger minimieren und gleichzeitig den Flüchtlingen helfen und damit auch unser Gemeinwesen voranbringen können.

Als Gemeinde haben wir keinen Einfluss auf die Umstände, Ursachen und Menge der Zuwanderung. Dies ist Aufgabe der ‚großen‘ Politik und kann letztlich nur gelingen, wenn die Kriege und Krisen überwunden werden können. Solange jeden Tag Menschen mit dem Tod bedroht werden, ob in Syrien, dem Irak oder sonstwo, solange werden Menschen versuchen, ihr Leben zu retten und sich auf den Weg machen.

Die Hoffnung mancher Zeitgenossen, man könne den Zuzug von Menschen nach Lahntal abwenden, trügt. Sobald die Menschen Deutschland erreicht haben, werden sie – spätestens wenn sie als asylberechtigt anerkannt sind – auf die Städte und Gemeinden aufgeteilt.

Nach unserer Auffassung kommt es daher vor allem darauf an, was passiert, wenn die Flüchtlinge in Lahntal ankommen.

Hier setzen wir darauf, dass eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge für die Betroffenen und uns alle der beste Weg ist. Nicht nur, dass wir schnell lernen, dass Flüchtlinge ganz normale Nachbarn mit ähnlichen Sorgen und Ängsten wie wir auch sind – nur aus einem anderen Kulturkreis. Der große Vorteil einer Verteilung der Menschen auf einzelne angemietete Wohnungen oder Häusern ist zudem: Die Unterbringung in Hallen und Gemeinschaftshäusern wird vermieden. Unser Leben in der Gemeinschaft wird nicht beeinträchtigt, sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten finden weiter statt, für uns alle und auch für die Flüchtlinge.

Mit der Einstellung einer Mitarbeiterin, die als Mittlerin zwischen den Flüchtlingen und der Gemeinde tätig ist, aber auch nach Beschäftigungsmöglichkeiten suchen soll, schaffen wir eine gute Voraussetzung, Flüchtlinge auch in unsere Gemeinschaft zu integrieren.

Wichtig ist aber auch: Wir erwarten, dass die Flüchtlinge unsere Kultur, unsere Religion und unsere Lebensweise achten und akzeptieren.  Den Respekt, den auch wir ihrer Kultur und Religion entgegenbringen, fordern wir in gleicher Weise uneingeschränkt von ihnen zurück.

Foto:(c) Adobe Stock 9802515

Senioren: Aktiv im Alter

Erfreulicherweise können heute viele Menschen bei bester Gesundheit älter werden und im Ruhestand ihr Leben genießen. Diesen Lebensabschnitt gilt es zu nutzen und zu gestalten. Ich betrachte es als Aufgabe der Gemeinde, Seniorinnen und Senioren darin mit attraktiven Angeboten zu unterstützen.

Lahntal ist die erste Gemeinde ihrer Größenordnung, die inzwischen über gar zwei hauptamtliche Seniorenbeauftragte verfügt. Diese Stellen zu schaffen, war eine der besten Entscheidungen der vergangenen Jahre!

Inzwischen haben wir ein vielfältiges Angebot von Senioren für Senioren – von gemeinsamen Unternehmungen über interessante Vorträge bis zu sportlichen Angeboten.

Die ‚Senioren Aktiv Wochen‘ stellen komprimiert unser Angebot vor und laden zum Mitmachen ein. Wer im Alter körperlich und geistig fit bleiben will, findet dafür in Lahntal vielfältige Gelegenheiten.

Die Begegnungsstätten für Jung und Alt in ‚Krafts Hof‘, Sterzhausen, und im ‚Kultur- und Gemeinschaftszentrum ‚Neue Mitte Goßfelden‘ bieten zudem Räumlichkeiten für Aktivitäten.

Die Dorfcafés in Caldern und Goßfelden laden regelmäßige zu Zusammenkünften für Jung und Alt ein und bieten daneben über das ganze Jahr viele Angebote für die ganze Dorfgemeinschaft an.

Bild: Gemeinsamer Grillnachmittag der Senioren aus Amöneburg und Lahntal am 9. Juli 2015 auf der Schutzhütte Mardorf

In gewohnter Umgebung alt werden

Vor fünfzehn Jahren hat die Gemeinde ‚Krafts Hof‘ in Sterzhausen erworben und den St.-Elisabeth Verein dafür gewonnen, das Anwesen zu einer Betreuungseinrichtung für alterserkrankte Mitbürgerinnen und Mitbürger umzubauen. Eine solche Einrichtung gab es zuvor in Lahntal nicht. Menschen, die umfangreicher Pflege oder Betreuung bedurften waren gezwungen, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen.

‚Krafts Hof‘ ist ein Gewinn für Lahntal. In höchster Qualität betreut der St. Elisabeth Verein hier bis zu 27 ältere Menschen.

Unser Ziel war und ist es, diesem Beispiel weitere Betreuungseinrichtungen in Caldern und Goßfelden folgen zu lassen. Inzwischen hat der St.-Elisabeth-Verein einen Bauantrag für eine ambulante Betreuungseinrichtung in Goßfeldens Neuer Mitte gestellt, so dass hier in Kürze eine 2. Einrichtung entstehen wird.

Vorrangiges Ziel ist aber, dass ältere Menschen möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung wohnen können. Um dies zu unterstützen, hat Lahntal gemeinsam mit den Nachbarkommunen und dem St.-Elisabeth Verein das Projekt „Wohnberatung“ auf den Weg gebracht.

Eine qualifizierte Wohnberaterin zeigt älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern kostenlos auf, mit welchen – oft einfachen Mitteln – sie ihre Wohnung ‚fit‘ fürs Alter machen können.

Bild: ‚Krafts Hof‘, Sterzhausen

Kinderspielplätze

Die Gemeinde Lahntal hat seit 1993 alle Kinderspielplätze überholt. Neue Kinderspielplätze sind in Göttingen, Goßfelden, Caldern, Sterzhausen und Brungershausen geschaffen worden.

Selbstverständlich stehen die Kinderspielplätze der vier Kindertagesstätten nachmittags allen Kindern offen.

Und es ist Prinzip in unserer Gemeinde Lahntal, dass als eine der ersten Maßnahmen eines Neubaugebietes der Kinderspielplatz entsteht (sofern nicht ohnehin ein Spielplatz in der Nähe schon vorhanden ist), so im Neubaugebiet „Sussargues-Ring“ in Sterzhausen und im Neubaugebiet „Grüner Weg“ in Goßfelden.

Allerdings wird auch die Nutzung der Spielplätze überprüft und nicht mehr genutzte Spielplätze aufgegeben, wie zuletzt der Spielplatz „Stetefeld“ in Caldern und der Spielplatz „Mehrdrusch“ in Goßfelden.

Alle Spielplätze werden regelmäßig auf Schäden überprüft und festgestellte Schäden unverzüglich abgestellt. Jedes Jahr gibt die Gemeinde einen erheblichen Betrag aus, um Spielgeräte auszutauschen.

Foto: Kinderspielplatz am Dorfgemeinschaftshaus in Kernbach (Foto 2015)

Gesundheitszentrum

Vielerorts wird davon geredet, dass die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum gesichert werden müsse. In Lahntal wird gehandelt!

Bereits im Mai 2009 hatte die Gemeindevertretung Lahntal beschlossen, die frühere Schule Goßfeldens zu erhalten, zu sanieren und – mit einem zweigeschossigen Anbau versehen – zu einem Gesundheitszentrum umzubauen. Damit hatte sich die Gemeindevertretung ausdrücklich für den Erhalt des Baudenkmals ‚Alte Schule‘ und gegen Überlegungen der CDU Lahntal entschieden, dieses historische Gebäude Goßfeldens zu veräußern.

Gleichzeitig war dies eine mutige Entscheidung, das erste kommunale Gesundheitszentrum in einer Gemeinde des Landkreises zu errichten und so rechtzeitig einen Beitrag zum Erhalt der hausärztlichen Versorgung zu leisten. Inzwischen steht fest: Hätten wir diesen Schritt nicht gemacht, gäbe es in Goßfelden heute keine Arztpraxis mehr.

Erfreulich für mich persönlich ist auch, dass zwischen den Belangen des Denkmalschutzes und den Anforderungen an ein Gesundheitszentrum ein sehr guter Ausgleich geschaffen werden konnte. So werden die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger Goßfeldens, die dieses Haus noch als zweiklassige Volksschule besucht haben, immer noch „ihre“ alte Schule außen und größtenteils auch innen wiedererkennen können, wenn sie hier einen Arztbesuch machen.

Trotzdem werden sie ein barrierefreies Haus vorfinden. Zwar bleibt auch die prägende Außentreppe ebenso wie die Innentreppe funktionsfähig erhalten, wer sie aber nicht mehr nutzen kann, wird eine moderne Arztpraxis über einen Aufzug erreichen.

Das Gesundheitszentrum ‚Alte Schule‘ Goßfelden wird energieeffizient und klimaschonend zentral über ein Blockheizkraftwerk versorgt, das CO2-neutral gespeist wird.

Bild: Gesundheitszentrums ‚Alte Schule‘ Goßfelden im August 2012

Jugendpflege

Lahntal ist eine der wenigen Kommunen des Landkreises Marburg-Biedenkopf, die seit über 25 Jahren sich eine hauptamtliche Jugendpflege ‚leistet‘.

Seit meinem Dienstantritt habe ich mich für den Erhalt der Jugendpflege und den Ausbau ihrer Angebote eingesetzt. Eine kommunale Jugendpflege war und ist für mich wichtig, um Angebote für Jugendliche zu schaffen, die sich nicht in den Vereinen betätigen wollen. Aber auch zur Unterstützung der vereinsgebunden Jugendarbeit kann die Jugendpflege gute Beiträge leisten. Wichtig für mich ist aber auch, dass es gemeindliche Angebote nach dem Kindergartenalter gibt und unseren Familien Hilfen bei der Betreuung ihrer Kinder und Jugendlichen in den Schulferien angeboten werden.

Jugendförderung Nordkreis

Seit dem 01.01.2009 arbeitet die Jugendpflege der Gemeinde Lahntal, der Stadt Wetter (Hessen), der Gemeinde Cölbe und der Gemeinde Münchhausen zusammen. Die interkommunale ‚Jugendförderung Nordkreis‘ bietet neben den bereits existierenden Programmen in den jeweiligen Kommunen auch übergreifende Angebote für Kinder, Jugendliche und Eltern aller beteiligten Kommunen an.

Jugendclubs und Jugendräume

In den zurückliegenden Jahren hat die Gemeinde Jugendräume in Caldern, Kernbach, Sterzhausen und Goßfelden angeboten. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage bietet die Gemeinde heute nur noch einen Jugendclub in Goßfelden an. Über die Wiedereröffnung des Jugendclubs in Sterzhausen bestehen Überlegungen.

Ferienbetreuung

Highlight sind die Ferienspiele: Ein deutlicher Beweis ihrer Beliebtheit bei unseren Kindern ist die stets hohe Nachfrage nach Ferienspielplätzen. Und für ihre Eltern wird so eine pädagogisch sinnvolle Betreuung gewährleistet.

Die Jugendpflege Nordkreis bietet in den Sommerferien bis zu drei Wochen Ferienspiele und Erlebniswochen in Wetter an, die für alle Kinder aus Lahntal offen stehen.

Um Betreuungssicherheit in allen Schulferien zu gewährleisten, bietet der Verein ‚Kinder sind unsere Zukunft‘ e.V. im Auftrage der Gemeinde eine zusätzliche Ferienbetreuung in allen Schulferien in den Räumen der Schulbetreuung an der Wichtelhäuser Grundschule in Sterzhausen an.

Blick in die Zukunft

Die Anforderungen an eine kommunale Jugendpflege befinden sich im Wandel. Wir spüren das beim Besuch der Jugendclubs. Verlängerte Schulzeiten bis hin zur Ganztagsschule und der Schulbesuch in Biedenkopf und Marburg verändern ebenso das Freizeitverhalten unserer Jugendlichen, wie veränderte Freizeitbedürfnisse.

Aber wir werden verstärkt darüber zu diskutieren haben, wie sich die Jugendpflege diesen Veränderungen anpassen kann.

Foto: Jugendraum in Goßfeldens ‚Neuer Mitte‘. (Juni 2010)

Ehrenamt und Vereine

Wir alle sind die Gemeinde Lahntal. Unser Gemeinwesen lebt vom ehrenamtlichen Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Das gilt ganz besonders für unsere Feuerwehren. Bei Bränden, Unfällen oder anderen Katastrophen kommen sie uns zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Hilfe. Damit sie schnell und wirksam helfen können, sind wir als Gemeinde verpflichtet, für bestmögliche Ausstattung zu sorgen – auch um das Leben und die Gesundheit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu schützen. Deshalb ist jeder Euro, den wir in die Ausrüstung der Feuerwehren investieren, sehr gut angelegt.

Unsere vorbildliche Seniorenarbeit wäre ebenfalls nicht möglich ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Ich freue mich sehr, dass sich für Lahntals Seniorenarbeit inzwischen weit über 100 Mitbürgerinnen und Mitbürger ehrenamtlich engagieren.

Und auch die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in gemeindlichen Gremien und in Elternbeiräten engagieren, halten unser Gemeinwesen lebendig.

Besonders schön finde ich, dass es uns mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements gelungen ist, noch lebendige Gemeindebüchereien in Caldern, Goßfelden und Sterzhausen zu erhalten.

Das gilt ebenso für die Vereine: Sie sind das Rückgrat eines gedeihlichen Zusammenlebens. Ihr kulturelles und soziales Wirken machen unsere Gemeinde lebenswert und l(i)ebenswert..

Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung.

Ich werde weiter nach Kräften um Menschen werben, die das Leben in Lahntal mitgestalten.

Bild: Grenzgangsfest 2009

Bürgerbeteiligung

Eine demokratische Gesellschaft bedarf des ständigen Gesprächs zwischen der Politik und den Bürgern. Je lebendiger, desto produktiver.

Von Anfang an in meiner Amtszeit als Bürgermeister habe ich mich dafür eingesetzt, die Politik unserer Gemeinde öffentlich vorzustellen und die Meinung einer breiten Mitbürgerschaft einzuholen.

Wir sind in Lahntal hier durchaus neue Wege gegangen, in dem nicht nur strittige Themen öffentlich diskutiert wurden, sondern auch normale Planungsverfahren von Anfang an öffentlich vorgestellt wurden. Das hat sich ausgezahlt.

Ein Grund, dass unsere Neubaugebiete so große Anerkennung erfahren, ist auch darin zu sehen, dass ich immer Wert darauf gelegt habe, nicht fertige Pläne vorzustellen, sondern bereits Konzepte in die öffentliche Diskussion eingebracht habe. Hierdurch sind viele Ideen von Mitbürgerinnen und Mitbürgern in die Planungen eingeflossen, zum Beispiel bei dem Neubaugebiet „Auf dem Willem“ in Sterzhausen. Auch die Straßenführung im Neubaugebiet „Auf der Leimkaul“ in Sterzhausen wurde aufgrund einiger Gespräche mit Bauinteressenten und Anwohnern des Baugebietes verändert.

Manche scheinbar „unlösbaren“ Probleme, wie die Hochwasserproblematik in Caldern, die Erneuerung und Sanierung der Deiche in Goßfelden und Sarnau und der Friedhof in Goßfelden wurden in vielen öffentlichen Diskussionen behandelt und konnten daher weitgehend einvernehmlich einer Lösung zugeführt werden. Zur Thematik „Lahndeiche“ Goßfelden/Sarnau gab es allein vier Bürgerversammlungen und zwei öffentliche Begehungen.

Davon nicht ausgenommen sind auch „unangenehme“ Themen, wie der Zustand des Heimatmuseums in Caldern. Auch weniger erfreulichen Themen stelle ich mich öffentlich und suche die Diskussion mit Ihnen.

Lahntal soll eine lebendige Gemeinde bleiben, die ihre Bürgerinnen und Bürger in alle politischen Prozesse einbezieht. Dafür stehe ich, das soll weiter so bleiben!

Foto: Einweihung der Lahndeiche am 24.7.2015 in Sarnau

Zukunftswerkstatt

Eine lebenswerte Gemeinde muss die Zeichen der Zeit erkennen und sich rechtzeitig auf die Zukunft einstellen. Gemeinden, die die Zeit ‚verschlafen‘, werden schnell bestraft, da sich ihre Bürger umorientieren.

Daher gilt es für mich, nicht nur zu bewahren, sondern auch neue Ideen und Visionen aufzugreifen.

Eine Vision war, barrierefreie Wohnprojekte mit und für ältere Mitbürger zu planen und zu realisieren. Es geht um eigenen Wohnraum für ein eigenständiges Leben in der zweiten Lebenshälfte: ohne Schneeschippen und Rasenmähen, aber mit Anschluss an Versorgungseinrichtungen. Jetzt wird diese Vision Wirklichkeit: Der Verein ‚Wohnhof Lahntal‘ e.V. baut auf dem früheren Festplatz in Goßfeldens ‚Neuer Mitte‘ ein erstes barrierefreies Wohnprojekt. Es ist – soweit ich weiß – das erste Wohnprojekt dieser Art im ländlichen Raum zumindestens in Hessen und ich hoffe, es mögen weitere Projekte folgen.

Eine weitere Idee ist, in Lahntal eine aktive Bürgergesellschaft aufzubauen, damit wir uns gegenseitig helfen können, wo der Staat an seine Grenzen stößt.

Das Internet wird immer wichtiger: sowohl für die private Nutzung als auch für die Arbeit von zu Hause aus. Daher habe ich mich von Anfang an für eine sehr gute Internetversorgung für unsere Gemeinde eingesetzt. Für mehr als 90% der Haushalte in Lahntal ist dies inzwischen Wirklichkeit. Derzeit beteilige ich mich an einem neuen Projekt des Landkreises, auch den fehlenden 10% eine bessere Breitbandversorgung bieten zu können, vora llem aber unseren Gewerbetreibenden.

Das sind nur einige Ideen, die mich beschäftigen.

Ich hoffe, dass mir die Visionen für ein besseres Zusammenleben nicht ausgehen und ich immer engagierte und mutige Menschen finde, die bereit sind, mit mir neue Wege zu gehen.

 

Foto: Erster Spatenstich für den Wohnhof Lahntal am 21.07.2015 mit Landrätin Kirsten Fründt (Aufnahme von Rainer Kieselbach)